Alleskönner oder nur „Alleskörner“ ??

„Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ oder ”Frühstücke wie ein Kaiser, esse mittags wie ein König und abends wie ein Bettler, diese und andere Sprüche kennen wir alle seit unserer Kindheit. Trotzdem nehmen wir uns oft viel zu wenig Zeit um den Tag mit einem Frühstück zu beginnen, welches uns für den Tag wappnet, wärmt und Kraft spendet. Wie soll unser “Motor” sprich Körper laufen, unsere Nerven den größten Stress aushalten, unser Gehirn schwierige Aufgaben lösen und unser Immunsystem uns schützen, wenn sie allesamt keinen “Treibstoff” bekommen?

Habermus wie bei Hildegard von Bingen
Habermus

Alternativ zum deutschen Klassiker; “Brot mit Belag und Kaffee” geht es heute immer mehr “back to basics”. Auch in Deutschland erfreuen sich Frühstücksbreie, Müslis und warme Frühstücke wieder großer Beliebtheit. In vielen Kulturen ist das warme Frühstück unabdingbar. So findet sich der englischen Klassiker Porridge immer öfter auf Foodblogs oder in Speisekarten junger Köche.

Aber auch bei uns, war früher das Frühstück warm und Hildegard von Bingen wusste damals schon welche Kraft zu Brei gekochter Dinkelschrot mit sich bringt.

In meinem neuen Buch „Alleskörner“ finden sich kreative und vor allem leckere Frühstücksvarianten aus verschiedenen Getreideflocken und Hülsenfrüchten, kombiniert mit knackigen Nüssen und süssen Früchten. Powerzutaten wie Quinoa, Amaranth, Matcha Tee, Chia Samen und Goji Beeren bringen Abwechslung und machen Lust auf mehr. Sie werden teilweise auch gerne Superfood genannt. Superfoods sollen Lebensmittel sein, die mehr können als normale Lebensmittel.

Jedenfalls sind es Lebensmittel die unserem Körper viel gutes bringen. So ist zum Beispiel über das Urkorn Quinoa zu sagen, dass es glutenfrei ist, enthält viele Vitamine, Mineralie und Nähstoffe und schlägt unsere herkömmlichen Getreide damit um längen. Ähnlich verhält es sich mit Amaranth, das Korn ist ebenfalls Klebeeiweiss frei, der Kohlenhydratanteil ist deutlich geringer als bei Getreide und eine Eiweissbombe. Daher steht er gerne bei Vegetariern und Veganern auf dem Speiseplan.

Kokosquinoa mit Früchten
Kokosquinoa mit Früchten
Chia Frühstück
Chia Frühstück

Auch Chia Samen, die erst seit ein paar Jahren Einzug bei uns halten, bringen um einiges mehr Kalzium mit sich als Milch und mehr Eisen als Spinat. Selbst bei unserem Bäcker um die Ecke, gibt es mittlerweile Chiasamen Brot. Aber anstatt das Brot zum Frühstück ist “Gekochtes” meist verträglicher und unser Körper kann schneller die Energie daraus freisetzten. Die meisten von uns verzichten jedoch aus Zeitgründen darauf. Denn gerade Morgens ist es oft hektisch und stressig.

So könnt Ihr viele der Rezepte wunderbar am Abend vorher zubereiten oder Ihr kocht das Getreide gleich für mehrere Tage im Voraus. Solltet Ihr morgens nichts essen können, nehmt einfach eine Portion mit zur Arbeit oder trinkt stattdessen einen leckeren Grünen Smoothie.

Grüner Smoothie
Grüner Smoothie

Grüne Smoothie bestehen zu einem großen Teil aus grünem Blattgemüse, das sehr reich an essentiellen Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen, Mineralien und Antioxidantien ist. Es macht den Körper basisch und stärkt das Immunsystem. Es enthält jede Menge Chlorophyll und fördert damit die Wundheilung und wirkt gegen Giftstoffe im Körper.

Natürlich dürfen auch Rezepte für Spätaufsteher oder Spät-Frühstücker im „Alleskörner“-Buch nicht fehlen. Geniesst doch einfach am späten Sonntagvormittag eine Miso-Suppe mit saisonalem Gemüse oder einen lauwarmen Linsensalat mit fruchtigem Dressing und Sonnenblumenkern-Krokant. Viele der Rezepte sind auch für Vegetarier und Veganer geeignet und enthält viele neue Ideen, gesundes Eiweiss bereits durch ein Frühstück in den Tag zu integrieren. Das „Grünkern-Katerfrühstück“ Rezept ist vegan und als Variation eines Chili sin Carne auch als Mittagsmahlzeit geeignet.

Lauwarmer Linsensalat
Lauwarmer Linsensalat

Ich bekomme viele meiner Inspirationen aus meiner Kochschule. Hier geben TCM Ernährungsberaterinnen und Ayurveda Expertinnen gleichermaßen Kochkurse, wie auch Köche. Bei beiden im Vorsatz erwähnten Ernährungsrichtungen spielt das Frühstück eine zentrale Rolle. Aber auch für alle anderen Dozenten ist Kochen nicht nur einfach das Zubereiten von Speisen, sondern eine Lebensphilosophie. Die Lebensfreude, Mut zu Experimenten, Spaß und das gemeinsame Geniessen steht immer im Mittelpunkt.
So soll auch das Buch verstanden werden. Einfach mal andere Wege gehen und ausprobieren. Was passiert mit unserem Körper, wenn wir bei unserer Ernährung etwas verändern. Es gibt kein Muss, sondern nur ein Kann und die Ideen dazu. Damit Ihr gleich ans Werk gehen könnt, hier ein Rezept zum Nachkochen.

Kokosquinoa mit Früchten
Für 2 Portionen
Zutaten:
1 TL Kokosfett
4 EL Kokosraspeln
500 ml Kokosmilch
100 g Quinoa
1 Prise Salz
2 EL Rohrohrzucker
1 Mango
1 Banane
2 Kiwis

Zubereitung:
Das Kokosnussöl erhitzen, die Kokosraspeln hinzufügen und unter Rühren braun werden lassen.
Die Kokosmilch in einen Topf geben und die Quinoa hinzufügen.
Die Hälfte der gebratenen Kokosflocken , Salz und Zucker hineingeben.
Kurz aufkochen und 15 Minuten auf kleinster Stufe köcheln lassen. Vom Herd ziehen, klein geschnittene Mango unterrühren und weitere 10 Minuten quellen lassen.
Die Kiwis und die Banane klein schneiden, mit der Quinoa auf einem Teller anrichten und mit den restlichen Kokosflocken bestreuen.

2 Gedanken zu „Alleskönner oder nur „Alleskörner“ ??

  1. Frühstück ist völlig überbewertet. Man könnte den Eindruck bekommen, das Frühstück als „wichtigste Mahlzeit des Tages“ ist nur von den Frühstücksflockenherstellern & Co. promotet. Ich bekomme jedenfalls morgens nix runter. Und bin damit nicht allein. Man schaue sich das klischeebehaftete französische Frühstück an: eine große Tasse Milchkaffee und eine Zigarette. 😉 Blöd, wenn man eigentlich Nichtraucher ist.
    Letztendlich muss jeder selber rausfinden, was einem am besten bekommt. Drei oder vier Stunden nach dem Aufstehen könnte ich anfangen zu essen, hungrig bin ich dann aber noch nicht. Das dauert noch länger. Aber ich bin auch Morgenmuffel, vielleicht gibt es da eine Parallelität.

    1. Jeder muss seinen eignen Weg finden, was seinem Körper gut tut. Ich kann auch Stunden ohne Frühstück in den Tag starten, aber die Frage ist, tut es meinem Körper gut? Ich denke eher weniger. Ich gebe Dir Recht, man kann nichts pauschalisieren und schon gar nicht wenn es um richtige oder falsche Ernährung geht. Es gibt immer ein Für und ein Gegen. Aber man kann ausprobieren, herausfinden und neue Wege beschreiten. LG Janny

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