Erdkammer-Sirup vom Spitzwegerich

Dieses geniale Rezept habe ich auf Wildpflanzenblog gefunden. Das Endergebnis sieht sehr verführerisch aus.

Hat jemand eine Ahnung, wo in Münster viel Spitzwegerich zu finden ist? Ich kenne das Verfahren des Eingrabens von früher noch. Ohhh man, ich werde ALT 🙁

Zum Überwintern des geernteten Gemüses wurde bei uns im Garten eine Erdkuhle gegraben. Die Größe der Kuhle richtete sich nach der Menge des Gemüses. Ich denke die Tiefe war ca. 30 – 50 cm. Dann wurde Stroh und Laub hinein gelegt und darauf kam das ganze Wintergemüse wie z.B.: Mohrrüben, Wirsing, Weißkohl, Rotkohl, Petesilienwurzel, Kohlrabi, Kartoffeln usw. Das Gemüse wurde nochmal mit Stroh abgedeckt. Auf die Kuhle / Loch kam eine alte Holztüre und diese wurde wieder mit Erde zugeschüttet. Das war früher unser riesen Kühlschrank.

Im Saarland und Lothringen wurde einkuhlen dazu gesagt, aber anscheinend ist das Regional unterschiedlich, weil Google zu diesem Begriff überhaupt nichts gefunden hat ^^. Was ich gefunden habe, im Norddeutschen ist dies der umgangssprachliche Begriff –> für jemenden zu Grabe zutragen. Das kommt dem ja fast gleich 🙂

Ich habe auch noch den Begriff Erdmieten gefunden und viele gute Tipps und Tricks dazu. Das Gemüse kann bei dieser Art der Lagerung auch super gut in einer alte Wäschetrommeln im Erdloch verstaut werden. Dann hat man Wasserablauf, Lüftung und Schutz vor Mäusen in Einem.

 

Erdkammer Sirup SpitzwegerichAls Tipp für das kommende Jahr!
Spätherbst und Winter sind Jahreszeiten, da kann ich leider nicht viel zum Thema Wildpflanzen vorstellen, das man sofort umsetzen kann.
Gerne greife ich deshalb auf die tollen Rezepte zurück, die Celia Nentwig in ihren beiden Büchern vorstellt.
Auch wenn es viele der Wildpflanzen momentan nicht mehr gibt, so kann man sich doch das eine oder andere Rezept für das kommende Jahr vormerken.

Spitzwegerich und einige andere Wildpflanzen gibt es zwar noch, aber die frischen Pflänzlein, die dann im Frühling sprießen, sind viel gesünder und  voller Wirkstoffe.

Aus dem Buch Wildpflanzen von Celia Nentwig heute was ganz Besonderes:

ERDKAMMER-SIRUP
für Spitzwegerich-Sekt
Hiermit verblüffe ich meine Gäste. Der Sirup ruht 8 bis 10 Wochen bei gleichbleibender Temperatur in den Tiefen meines Gartens, dann ist seine Reifezeit erreicht und kann ausgegraben werden. Jetzt ist sein großer Auftritt: aufgegossen mit Sekt – eine wahre Köstlichkeit!
Zutaten (für 500 ml Gefäß)
500 g Honig • zwei gute Handvoll junge Blätter vom Spitzwegerich
Zubereitung
Spitzwegerich waschen, trocken schleudern und quer zu den Blattnerven klein schneiden. Spitzwegerich und Honig im Wechsel in das Gefäß schichten. Mit Spitzwegerich beginnen, mit Honig enden und darauf achten, dass die oberste Schicht vom Spitzwegerich mit Honig bedeckt ist. Das Gefäß verschließen, zum Schutz in eine Plastiktüte geben und wenigstens 50 cm tief eingraben. 8 bis 10 Wochen ruhen lassen. Ausgraben, durch ein Sieb geben und in dunkle Flaschen abfüllen.

Spitzwegerichsirup

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