Türchen fünf – Sommer im Dezember

Das heutige Türchen beschert euch eine leckere Zitronencreme und ein paar Zitronen, die ihr vielleicht noch nicht kennt. Eine wunderbare Alternative zu den „normalen“ Zitronen hierzulande sind die Sorten Cedri und Amalfi.

Bei den Temperaturschwankungen hierzulande und mit bis zu 14°C im Dezember wissen auch unsere Pflanzen vermutlich nicht was sie glauben sollen. Gestern habe ich euch darüber erzählt, dass die Barbarazweige verarscht werden müssen, wenn sie am heiligen Abend blühen sollen.

 

zitronen
Zitronen mit Zestenreisser

Zitronenernte

In mediterranen Ländern, in denen Zitronen wachsen, wie beispielsweise auf Mallorca, werden auch Zitronen oder Orangen hereingelegt. In dem Fall, damit sie ein zweites Mal Früchte tragen. Gerade in den warmen Ländern brauchen Bäume in Blüte und mit Früchten vor allem eins: Wasser. Deshalb werden Plantagen so angelegt, dass die Wasserversorgung immer gesichert werden kann. Unter solchen Bedingungen gedeihen die Südfrüchte prächtig.

Nach der Ernte wird die Wasserversorgung eingestellt. Die Bäume trocknen aus und bekommen vorgegaukelt, dass sie im Sterben liegen. Deshalb bilden sie erneut Blüten aus. Bei dem milden Klima und der vielen Sonne und dem Wasser, dass die Bäume jetzt wieder bekommen, bilden sich nun wieder neue Früchte. Eine neue Ernteperiode kann beginnen.

Aus Zitronen kann man eine Menge leckerer Sachen zaubern. Das Zitronige dabei bekommt man oft am Besten aus der Schale. Unbehandelt soll sie sein. Für einige sogar Bio. Auch wenn sich das nicht immer verbinden lässt. Zitronenschale ist aber oft auch bitter, vor allem, wenn das Weiße der Schale mit angerieben wird. Es gibt allerdings auch Zitronen, deren Schale mit gegessen werden kann. Und die kommen dann von der costiera amalfitana.

cedro
Cedro

Amalfi und Cedro

Italien ist die Heimat der Sfusato, die Zitronensorte die man hier bei uns als Amalfi Zitrone kennt. Sie wird nach wie vor mit der Hand gepflückt. Ihre Schale ist viel dicker als die der 0815 Zitrone. Dafür enthält sie viel weniger Bitterstoffe und ist essbar. Wenn ihr Lust habt kommt doch mal in einen La cucina italiana – unseren Italienisch Kochkurs und probiert einen leckeren Zitronensalat oder andere Köstlichkeiten mit der Amalfi Zitrone.

Die andere Zitronensorte, die nicht so bekannt ist, nennt sich Cedro oder auch Zitronats Zitrone (Cedrat). Gesehen oder gegessen habt ihr sie wahrscheinlich alle schon mal – in Form von Zitronat. Der Großteil der Cedri wird zu Zitronat verarbeitet. Anders als bei der Standart-Zitrone ist bei der Cedro das Fruchtfleisch bitter und wird selten gegessen. Oft wird Likör oder Konfitüre daraus gemacht. Nehmt euch doch ein bisschen Zeit und probiert beide Sorten mal aus. In einem Kochkkurs bei uns, oder ihr bestellt sie bei Sandner. Die Schale der Amalfi eignet sich auch hervorragend für dieses Rezept:

Lemon Curd

Zutaten:

  • 3 Bio-Zitronen, davon 150 ml frisch gepresster Zitronensaft und Schalenabrieb
  • 6 große Eier
  • 300 g Zucker
  • 170 g weiche Butter

Zubereitung: 

Zitrone mit Zucker und Eiern in eine Schüssel geben und miteinander verrühren. Schüssel auf ein Wasserbad setzen und solange mit dem Schneebesen oder dem Mixer aufschlagen, bis die Masse ähnlich wie eine Zabaione dick schaumig wird und nicht mehr gelb, sondern weißlich aussieht. Das dauert bis zu einer halben Stunde. Butter Stück für Stück dazugeben und unterschlagen. Die Masse wird erst beim Abkühlen noch dicker. Ihr könnt sie auch über Eis oder kaltem Wasser kalt schlagen.

Diese Zitronencreme eignet sich als Füllung für Kuchen oder Cupcakes, in aufgeschlagene Sahne gemischt auch als Topping. Sie kann auch auf Brot gegessen oder als Dessertcreme verwendet werden. Lasst sie euch gut schmecken. Lemon Curd kann übrigens auch total gut im Thermomix ® zubereitet werden.

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