Türchen sieben – Eine Geschichte zum Nachdenken

Heute widme ich unser Türchen einer kleinen Geschichte, an die ich in der Weihnachtszeit immer wieder denken muss und die gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger wird. Denn oft sehen wir nur das Offensichtliche. Manchmal auch das was wir sehen wollen. Aber wenn ich wirklich sehen will. Wenn ich verstehen will. Wenn ich nicht vorschnell urteilen will über jemanden oder etwas, dann muss ich mir auch mal die Zeit nehmen, richtig hinzusehen. Denn oft ist es nicht so wie man denkt…

Zwei Engel

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht
im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen.

Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln,
im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.

Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten,
sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel:
„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

 

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen,
aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.
Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten,
ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen.

Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm,
fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war,
lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel,
wie er das habe geschehen lassen können?
„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend.
„Die zweite Familie hatte wenig, und du ließest die Kuh sterben.
„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“, sagte der ältere Engel.

„Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten,
bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte.
Weil der Eigentümer so von Gier besessen war
und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand,
so dass er es nicht finden konnte.

Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen,
kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen.
Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen.

 

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

Manchmal ist das genau das, was passiert,
wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten.
Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen,
dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist.

Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist…
Manche Leute kommen in unser Leben und gehen schnell…
Manche Leute werden Freunde und bleiben ein bißchen…
wunderschöne Fußabdrücke auf unseren Herzen hinterlassend…
und wir sind ziemlich ähnlich, weil wir eine Freundschaft geschlossen haben!!

Gestern ist Geschichte. Das Morgen ein Mysterium.Das Heute ist ein Geschenk. Darum heißt es auch: Präsent.

Ich denke, das ist etwas Besonderes.
Lebe und genieße jeden Moment.
Dies ist keine Generalprobe!

 

Mich persönlich hat diese Geschichte immer berührt, deshalb musste ich sie heute mit euch teilen. Ich habe eins bei meiner Arbeit gelernt. Ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen und lerne immer wieder faszinierende Charaktere kennen, die einen Fußabdruck im meinem Herzen hinterlassen. Egal ob im Keramikmalstudio oder bei einem der Kochkurse. Ich möchte noch viel mehr so tolle Menschen kennen lernen. Vielleicht habt ihr Lust und seid dabei. Ich würde mich freuen. Und ich glaube, die anderen von uns auch.

 

Titelbild (c) Andreas Hartwig

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